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Worte mit Auftrag: Arbeitgeber, Arbeitnehmer

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Worte mit Auftrag: Arbeitgeber, Arbeitnehmer

17. Mai 2012 03:21 2 Kommentare

Sprache ist ein Instrument des Alltags. Und gleichzeitig eines von Machtausübung, Meinungsbildung und Manipulation.

Gerade das sorgt dafür, dass die Motivation, die hinter manchen Wortkreationen steckt, überhaupt nicht hinterfragt – geschweige denn erkannt – wird. Wer uns mit welchen Begriffen weshalb beeinflusst, werden wir in der Serie »Neusprech – Worte mit Auftrag« zeigen. Bevor wir aber in die Gefilde des aktuellen politischen und medialen Neusprechs vordringen, erst ein Beispiel, das trotz inhaltlicher Unsinnigkeit seit fast 150 Jahren vollkommen etabliert ist.

Arbeitnehmer / Arbeitgeber

Der Begriff »Arbeitnehmer« steht für denjenigen, der gegen Bezahlung unselbständig Arbeitsleistung für jemanden erbringt. Der »Arbeitgeber« hingegen ist derjenige, der diese Arbeitsleistung für die Ausübung seiner wirtschaftlichen Tätigkeit einkauft.

Stellt sich also die Frage: Wieso heißt derjenige, der seine Arbeitskraft jemand anderem zu Verfügung stellt »Arbeitnehmer« und der Empfänger dieser Leistung »Arbeitgeber«? Die Volkswirtschaftslehre dagegen definiert den Arbeiter als Anbieter des Produktionsfaktors Arbeit und den Unternehmer als Nachfrager nach dem Produktionsfaktor Arbeit. Warum also diese komplette Verrenkung des Begriffs im alltäglichen Gebrauch?

Herkunft

Die Begrifflichkeit stammt aus dem Preussen des 19. Jhdts., wo sie nach dem Weberaufstand ersponnen wurde. Später fand sie Eingang in die Sozialgesetze Otto von Bismarks. Ein früher Kritiker war Friedrich Engels, der meinte, es würde dadurch »das Ausbeutungsverhältnis zwischen Lohnarbeit und Kapital im gängigen Sprachgebrauch geradezu auf den Kopf gestellt.«

Wörtliche Bedeutung

Arbeitgeber/Arbeitnehmer bildet eigentlich nicht den Kern der zu beschreibenden Beziehung ab, nämlich den Austausch von Arbeitskraft gegen Lohn. Vielmehr implizieren die Begriffe eine allgemeine Verpflichtung oder Notwendigkeit für den Menschen, Arbeit zu leisten, der er nachkommen kann, weil es ihm der Unternehmer ermöglicht, indem er Möglichkeiten zu arbeiten zu Verfügung stellt. Er wird dadurch zum Arbeitgeber. Es ist, als würde man jemanden, der etwas kauft als »Kaufgeber« bezeichnen, weil er demjenigen, der es verkauft, einen Kauf gibt.

Gesellschaftliche Auswirkungen

Im Mittelpunkt steht also nicht das Geschäftsverhältnis zwischen Anbieter & Nachfrager (von Arbeitsleistung), was eine gewisse Gleichstellung ausdrücken würde – sondern der abstrakte Begriff der Arbeit an sich. Dadurch wird die Einbringung des Produktionsfaktors Arbeit durch den Arbeiter komplett ausgeblendet. Es wird ein Gefälle hergestellt. Der Unternehmer gibt großzügig, der Arbeiter nimmt. Obwohl es in Bezug auf die tatsächliche Arbeit natürlich genau umgekehrt ist.

Verwendung im Alltag

Die beiden Begriffe werden wertfrei von allen Interessensgruppen und auch von der Öffentlichkeit verwendet. Sie werden in ihrer Korrektheit und Bedeutung nicht hinterfragt und wohl auch nicht mehr mit manipulativen Hintergedanken benutzt. Dadurch, dass sie trotz ihrer zweifelhaften Herleitung und Aussage zur de-facto-Normbezeichnung geworden sind, ist das Gefälle zwischen Unternehmer und Arbeiter sprachlich allerdings zu einer Art Naturgesetz geworden.

Alternativen

Korrekterweise müsste man wohl auf »Arbeitskraftgeber« (der Arbeiter) und »Arbeitskraftnehmer« (der Unternehmer) umsteigen, oder – weniger sperrig und technokratisch – wieder vom Unternehmer einerseits und dem Arbeiter oder Angestellten andererseits sprechen.

Voll und Ganz den Themen Neusprech und Manipulation mittels Sprache widmet sich das Neusprech-Blog, für das ich hiermit eine starke Empfehlung aussprechen möchte!


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2 Kommentare

  • Interessant… Hab mir noch nie Gedanken über die Herkunft und Bedeutung dieser beiden Ausdrücke – Arbeitgeber/Arbeitnehmer – gemacht. Solltet ihr vielleicht regelmäßig machen: unserer Sprache und der Entstehung bestimmter Bezeichnungen auf den Grund gehen!

  • Stefan Bauer

    Genau das haben wir vor. Einerseits die Motivation hinter Sprache aufzeigen und andererseits über Begriffe, die man vielleicht nicht kannte, Phänomene & Ereignisse darstellen, von denen man nicht dachte, dass es sie geben könne!

Kommentare


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