Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/functions/wpzoom-functions.php on line 17

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/single.php on line 4

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/single.php on line 4

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/single.php on line 4

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/header.php on line 4

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/header.php on line 4

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/header.php on line 4
Unwort »Rettungsschirm« – wem es nützt, was es bedeutet

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/sidebar.php on line 4

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/sidebar.php on line 4

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/sidebar.php on line 4

Unwort »Rettungsschirm« – wem es nützt, was es bedeutet

12. Juni 2012 03:31 3 Kommentare

Wer sich schon einmal gefragt hat, was eigentlich der »Euro-Rettungsschirm« ist und warum – in Gottes Namen! – das so heißt, ist nicht alleine. Antworten darauf gab es bisher allerdings kaum. Zeit, das zu ändern.

Zeit, sich anzusehen, warum wir uns mit einem einigermaßen sinnbefreiten Kunstwort zufrieden geben, wenn es angeblich um nicht weniger geht als die Rettung unseres Wirtschaftsraums und unserer Währung. Und wer darüber noch nie nachgedacht hat, sollte erst recht weiter lesen.

Newsflash: Was der Rettungsschirm tut

Das, was von der Politik als »Rettungsschirm« bezeichnet und von den Medien unreflektiert übernommen wird, ist in Wirklichkeit ein Bündel an Maßnahmen von EU & IWF, die dafür sorgen, dass EU-Staaten, die sich nicht mehr selbst finanzieren können, nicht zahlungsunfähig werden.

Das hat 2010 mit Griechenland begonnen, seit vorgestern nimmt auch Spanien Hilfe in Anspruch. Dabei geht es letztlich um das zu-Verfügung-Stellen von Milliarden-Krediten, die das jeweilige Land am freien Markt nur noch zu unfinanzierbaren Zinsen bekäme. Geld also, damit ein Pleite-Staat noch nicht pleite geht.

Ein Fallschirm etwa?

Das Wort »Rettungsschirm« gab es vor der Finanzkrise de facto nicht. Es gab einen Regenschirm, eine Rettungsleine, auch ein Rettungsnetz und einen Fallschirm. Sogar einen Rettungsfallschirm gab es – er wird nur für Notfälle im Flugzeug mitgeführt. Aber einen »Rettungsschirm« an sich gibt es nicht.

Sehen wir uns also an, was der Rettungsschirm eigentlich tut.

Er soll ein Land vor der Pleite bewahren. Bildlich gesprochen den freien Fall eines Staatshaushalts bremsen oder stoppen. Man zieht die Reißleine, es kommt der Rettungs(fall)schirm. So interpretiert es auch Grimme-Preisträger Kai Biermann im Neusprech-Blog.

Der Haken, an dem sich das Sprachbild allerdings aufhängt: Die Geldspritze von EU & IWF bremst oder stoppt den Fall nicht. Ganz im Gegenteil: Sie bedeutet natürlich neue Schulden für den Pleitestaat. Also wird letztlich nur die Fallhöhe größer. Bringt ein bisschen Zeit, ändert aber nichts am Ergebnis. Ein passenderes Bild wäre eventuell die Luftbetankung eines lecken Flugzeugs.

Mehr Munition

Vielleicht muss man den Euro-Rettungsschirm also abstrakter verstehen – als eine Art schützenden Schmelz, der über eine Volkswirtschaft gezogen wird, um sie vor Schaden zu bewahren. Passt aber auch nicht, denn die Maßnahmen der EU schirmen den jeweiligen Staat ja nicht gegen feindliche Angriffe ab, sondern versorgen ihn nur mit mehr Munition im Kampf dagegen. Und auch der Euro ist eigentlich nicht Gegenstand des Schutzes, also warum »Euro-Rettungssschirm«?

Vielleicht macht es Sinn, ein wenig Reverse Engineering zu betreiben, um herauszufinden, was für ein Ding der Rettungsschirm ist. Nicht schwer, schließlich liest man ständig, was er alles macht und was man mit ihm machen kann:

„Die Euro-Krise ist zurück – und überrascht die Politiker: In der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Misere hatten sie den Rettungsschirm nicht weit genug aufgespannt.”
SPIEGEL, 14.02.2012

„Spanien schlüpft zur Sanierung maroder Banken als viertes Land unter den Euro-Rettungsschirm”
DIE WELT, 10.06.2012

Das Euro-Krisenland Spanien will trotz seiner massiven Finanz- und Bankenkrise nicht unter den europäischen Rettungsschirm flüchten.
STERN, 03.06.2012

Das lässt den Schluss zu, dass es sich beim Rettungsschirm um einen Regenschirm handelt. Den kann man aufspannen, danach unter ihn schlüpfen. Sogar darunter flüchten kann man.

Staaten unterm Schirm

Da draußen tobt also ein Gewitter. Und zwar so stark, dass das eigene Leben davor gerettet werden muss. Da ist ein Schirm natürlich praktisch.

Interessanter aber als die Frage danach, ob das Sinn macht, ist folgende: Wer macht dieses Unwetter? Welche höhere Macht, die sich außerhalb jeglicher Einfluss-Sphäre der Politik zu befinden scheint, lässt es so stark auf uns regnen, dass ganze Staaten – stolze Nationen – unter einen Schirm flüchten und sich dort zusammenkauern müssen, bis irgendwann wieder die Sonne scheint? Und warum riecht es hier nach Tsatsiki?

Wie man es dreht, es macht nicht wirklich Sinn. Da helfen auch Journalisten nicht, die davon schreiben, der Rettungsschirm hätte eine Schlagkraft von einer Billion Euro (hat ganz schön Bumms, unser Unterschlupf!) oder man zahle nun schneller als vorgesehen in den Rettungsschirm ein (und ich hätt gern ne Flasche Pommes Frites!).

Cui bono?

Aber so eine – bei näherer Betrachtung unsinnige – Wortschöpfung taucht ja nicht zufällig auf. Schon gar nicht, wenn es dabei um den (juristisch und demokratisch stark umstrittenen) Transfer von hunderten Milliarden an Steuergeldern über die Ländergrenzen hinweg geht. Was erreicht das Wort »Euro-Rettungsschirm« also?

  1. Dass ein komplexes Bündel an teilweise umstrittenen Maßnahmen in der öffentlichen Wahrnehmung als ein geschlossenes Ding wahrgenommen und nicht in seinen Einzelheiten diskutiert wird.
  2. Dass die Öffentlichkeit das Gefühl hat, ein Mechanismus wurde eingeführt und gemeinsam beschlossen, der das Problem lösen wird. Wir werden gerettet.
  3. Dass die EU-Staaten gemeinsam für Schutz gegen äußere Kräfte sorgen – und nicht gerade von einem Problem in die Knie gezwungen werden, das sie selbst verursacht haben.

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/comments.php on line 3

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/comments.php on line 3

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/comments.php on line 3

3 Kommentare

  • Krieg ist Frieden
    Rettung ist Untergang
    :)

    Punkt 3 der Beobachtung finde ich sehr interessant. Stimmt! Es klingt als käme das von außen. Oder von einer Naturgewalt. Als nicht eine logische Konsequenz des eigenen Handelns sondern eine Reaktion auf ein fremdes Ereignis.

  • Rettungsschirm

    Es gibt den Rettungsfallschirm. Er erweist sich jedoch als ungeeignet, weil er automatisch mit Absturz und hartem Aufschlag auf dem Boden der Tatsachen in Verbindung gebracht wird. Dann gibt es noch das Rettungsboot. Assoziationen wie “das Boot ist voll” oder “rudern” und “steuern” liegen zu nahe. Also erfindet ein wahres Genie den Rettungsschirm. Der hat, was gebraucht wird. Mit ihm verbindet sich wie von selbst der Sonnenschein, der ja sprichwörtlich immer auf den Regen folgt. Urlaubserinnerungen werden lebendig: ein Strand, ein Sonnenschirm mit einem niedlichen Bikini darunter. Da wäre man gern untergeschlüpft. Bikini? Ah, toll…

    Autsch, schleunigst Schluss machen!

  • Heute,um 16:30 Uhr war es dann so weit. Telefon abnabeln, Stecker zheien. Kurzer Hagelschauer mit 20 Minuten Blitz und Donner. Das le4ngste Gewitter, das ich hier auf den Azoren je erlebt habe.

Kommentare


Weitere Nachrichten


Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/footer_custom.php on line 4

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/footer_custom.php on line 4

Warning: Illegal string offset 'id' in /www/htdocs/w00eda80/wp-content/themes/tribune/footer_custom.php on line 4