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Riga: Endstation Feensucht

14. August 2012 19:37 Bisher keine Kommentare

Es war die letzte Station einer Reise, die ihren Ausgangspunkt in Skandinavien nahm und im Baltikum schließlich ihr frönendes Ende fand. Und Riga schaffte es: Ein letztes Aufbäumen. Ein Rausch an Impressionen, die ihren Platz in der ewigen Liste des Erinnerns tapfer werden verteidigen können.

Riga mit Worten ein Gesicht zu verleihen, ist eines dieser Unterfangen, für das man etwas mehr Atem braucht. Vielfalt sprengt die Grenzen. Natürlich hat dieses Gesicht einige Furchen, aber Falten erzählen nunmal Geschichten. Und gerade die möchte man doch schließlich auch hören.

Der Einstieg in eine Stadt hat immer etwas Markantes. Zugegeben. Der erste Eindruck kann in einem gefährlichen Moment durchaus der Wind für das Kartenhaus sein. Doch Riga ist hier ganz schön clever. Wenn sich im ersten Annähern der Waldvorhang entlang der Straße hin und wieder öffnet, lassen sich bruchstückhafte Blicke auf einen Sandstrand erhaschen. Und mit Städten mit Stränden ist es doch ähnlich wie mit Gasthäusern mit Musikanten — also: wo man schwimmt, da lass’ dich nieder.

Happy Birthday … Mister Dictator

Auch die Silhouette des »stalinistischen Geburtstagskuchens«, wie die Akademie der Wissenschaften im mit Zuckerbäckerei verpickten Volksmund genannt wird, zeigt schon aus der Ferne, dass diese Stadt nicht im herkömmlichen europäischen Brei löffelt, sondern vielmehr auch mal Blinis mit Kaviar kredenzt.

Sich allein auf die historische Altstadt mit ihrem UNESCO-Kofferanhänger zu beschränken, wäre also der falsche Weg.

Die Altstadt selber ist ein Sammelsurium architektonischer Details. Wenn Mittelalter auf Jugendstil trifft und der Bogen dabei immer noch Spannweite hat, kann man die Vielfalt bereits erahnen. Flüsse trennen den Kern vom Rest der Stadt, machen ihn zu einer Insel im Zentrum. Die günstige Lage an der Daugava war es auch, welche die größte Stadt des Baltikums einst zur Hansestadt machte.

Als die mittelalterlichen Festungsmauern schließlich geschliffen wurden, spross an deren Stelle ein Grüngebiet, das den Rigaern zu Plaisir und Erholung verhelfen sollte und auch heute noch als einer der romantischsten Plätze der Stadt gilt.

Mitten durch diese Idylle schlängelt sich zart der Pilsetas Kanal, der im Ensemble mit den Grünanlagen einem Stück französischer Gartenarchitektur gleich kommt. Ruderboote zeichnen schwingende Wirbel auf die Wasseroberfläche. Blumenwiesen verleiten zu Erdverbundenheit. Feenhaft wandeln die Rigaerinnen in ätherischer Schönheit über das Grün hinweg Richtung Zentrum.

Katzenpunk

In jenem Zentrum recken architektonische Schnurrbartrebellen ihre Hinterteile auf Dächern demonstrativ gegen die Häuser der Handwerkergilde. Die Rigaer Katze wurde damit zum Wahrzeichen abgestempelt, das sich nun gut im touristischen Souvenir-Köfferchen macht. Ihre lebendigen Ebenbilder hingegen verbringen ihr roughes Straßenleben mit der Suche nach Magenfüllern. Scheue scheint allerdings das einzige zu sein, an dem sie sich bereits satt gegessen haben.

Nur einen Katzensprung von der Altstadt entfernt, zieht der Jugendstil in noch höher konzentrierter Form seine Linien in das Rigaer Pflaster. Vor allem in der »Elizabetes iela« hat sich der Architekt Michail Eisenstein — ja, Sergej ist sein Sohn — um seine eigene Verewigung gekümmert. Über Häuserreihen zieht sich die opulente Handschrift des Stadtbildprägers.

Im krassen Gegensatz zur Ornamentenvielfalt, dem Floralen und den Sphinxen des Jugendstils, steht die Moskauer Vorstadt — ein Stadtteil, der seine russische Vergangenheit bis ins Jetzt retten konnte. Kyrillische Lettern auf den Läden zeigen, wo Hammer und Sichel hängen, verzwiebelte Türme zeichnen melancholisch Tradition in den Himmel, und Ladas pusten ihren blauen Atem über den löchrigen Asphalt. Je weiter man sich von der Stadt entfernt, desto mehr zeigt der Urban Decay seine unerbittliche Fratze. Arbeiterbaracken und verfallene Holzhäuser helfen dabei fleißig mit.

Doch hat Little Russia auch seine trendigen Seiten — etwa im Art-Space der alten Lagerhallen am Fluss oder in und um die Hallen des Zentralmarktes, wo während des Ersten Weltkriegs Zeppeline Unterschlupf fanden. Heute wird hier die kulinarische Seite Rigas hervorgekehrt — und das mit einem kaum überschaubaren Angebot an regionalen Kostbarkeiten.

EU-Gipfel

Hat man sich schließlich mit Piroggen, Fischköpfen & Sauerkraut eingedeckt und setzt man seinen Weg Richtung Daugava fort, wird man bald feststellen, dass hier etwas gewaltig am Himmel kratzt. Auf seinen drei Beinen stehend, ragt der Rigaer Fernsehturm einsam in eine Höhe von 368 Metern und gilt damit als höchster freistehender Vertreter seiner Art in der gesamten EU.

Ein Zeichen des Aufbruchs allemal. Nach langen Jahren der Fremdbesatzung scheint sich Riga im neuen Selbstbewusstsein zu gefallen. Das merkt man auch, wenn man durch die geschäftigen Innenstadtstraßen geht. Zwar weht Westwind, doch spiegelt sich Identität in Designware wider.

Zudem aufgeräumte Bilder auf CCTV. Doch das Lächeln der Feen scheint ehrlich tiefere Ursprünge zu haben.

 

Tipps

  • Jurmala Beach: Der bereits erwähnte Sandstrand am Rigaischen Meerbusen der Ostsee ist mittels 30- bis 40-minütiger Zugfahrt von Riga Zentrum erreichbar. Wer Einsamkeit schätzt, sollte nicht bis ins touristisch entdeckte Majori fahren, sondern schon vorher aussteigen und sich durch eine Waldlichtung Richtung Meer bewegen. Feiner Sandstrand mit einem kleinen Algenproblem über das man aber hinweg springen kann.
  • Riga Black Balsam: »Lebenselixir« der Einheimischen, das in alt-traditionellen Steinzeugflaschen daherkommt. Klebrig-dunkler, hochprozentiger Saft aus Kräutern, Gewürzen und Beeren, der pur genossen nur den härtesten Trinkern ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird. Dennoch ein Kosten wert. Verdauungsfördernd und überhaupt Medizin gegen Alles.
  • Black Magic: Café und Bar im Stadtzentrum, die zwischen Apotheke und Museum wandelt. Venezianische Palazzo-Ästhetik aus Ziegeln und Holz. Lebensrettend guter Kaffee. Black Balsam-Höhle. Torten, Kekse, Eis — zum Teil black-balsamiert.
  • Pelmeni: Rigaische Variante der chinesischen Jiaozi. In etwa. Teigtäschchen, Schweinefleischfülle, in Wasser gekocht. Dazu ein dicker Klecks Sauerrahm.
  • Reisezeit: Im Juni sind die Tage besonders lang und ermöglichen ausgedehntes Entdecken jenseits der Zeitgrenzen. Zudem sorgt die nordische Kühle für ein angenehmes Städtereiseklima. Sonnenschein inklusive.

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