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Mike Horns anderes Leben

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Mike Horns anderes Leben

2. Mai 2011 15:55 2 Kommentare

Dank Mercedes-Benz hatte ich unlängst Gelegenheit, den Extremabenteurer Mike Horn auf seiner Expeditionsyacht in Vancouver zu treffen. Mit am Erstaunlichsten an Mike Horns Leben ist, dass es immer noch kein Ende gefunden hat. Obwohl er doch an all den richtigen Orten danach gesucht hat.

Im Amazonas unter Krokodilen und Giftschlagen; in der Arktis 60° Grad unter null; im Kongo unter Rebellen, die ihn für einen Spion hielten; in Peru unter Einheimischen, die in ihm den Teufel sahen. Mike Horn ist einer der wenigen Menschen auf dem Planeten – Hemingway war ein anderer – die einem durch die schiere Aufzählung ihrer zahllosen Abenteuer und Verletzungen erst Ehrfurcht, dann Langeweile einflößen könnten.

Die Freude ganz am Boden

Mike Horn allerdings hat schon lang niemandem mehr etwas zu beweisen. Vielleicht nicht mal mehr sich selbst, aber das ist eben schon genau eine jener Fragen, die ihn zurzeit bewegen. Er wird heuer 45. Zwei Wochen nach dem anderen großen Mike, Mike Tyson. Über die Tatsache hinaus, dass man sich mit keinem der beiden anlegen sollte, scheint es auch in ihrer Philosophie Gemeinsamkeiten zu geben: »Everybody has a plan until they get punched in the face«, sagt Mike Tyson.

»I’m always in the shit. It‘s only the depth that varies«, sagt Mike Horn strahlend und versucht ohne große Hoffnung einen Teil der gepolsterten Deckenverkleidung im Konferenzraum wieder in Position zu drücken: ein wenig subtiles Sinnbild dafür, dass ihm und seiner Crew der Himmel auf den Kopf gefallen war und das Schiff die letzten Wochen mehr unter, als über dem Wasser zugebracht hatte. Schwere Stürme, Wellen hoch wie Häuser, ein Tief, dass unterm Nächsten begraben wurde.

»Das ist so eine Erfahrung«, sagt Horn, »man lebt derart intensiv da draußen, Hey, IRRE, wir werden‘s schaffen, wir schaffen‘s, wir schaffen‘s doch nicht vielleicht, es geht rauf, runter, RAUF, RAUF, WEITER RAUF und noch weiter und ZACK du fällst – ZACK – DU STÜRZT, so weit, so schnell, so weit runter, und das ist die Freude, ganz am Boden, da ist die Furcht: Mein Gott diese Wellen, die bringen uns um! … Und das 24 Stunden am Tag so … Dass du die Augen nie mehr zumachen willst, nicht mal zum Schlafen zumachen willst …«

Hinterm Fenster tuckert eine tortenförmige Minifähre mit Touristen majestätisch vorbei und ich frage, wie es ist, wieder zurück zu sein.

Irgendwie verständlich machen

»Ich finde das wirklich erstaunlich«, sagt Mike, wirklich erstaunt. »Wenn ich sehe, wie ein junges Paar die Promenade entlanggeht … und dabei glücklich ist … Dass ihnen das reicht, reichen kann, dieses Glück … Dass das ihre Ozean-Überfahrt ist … Früher, nachdem ich von einer Expedition zurückgekommen bin, wollte ich den Leuten sagen, ihnen irgendwie verständlich machen«, und seine Hände packen einen Unsichtbaren, der offenbar auch noch taub ist, an den Schultern, »dass mehr dran ist am Leben, viel mehr als sie glauben … Dass es ein anderes Leben gibt … ein volleres.« Ob es Zufall ist, dass ausgerechnet die Menschen, die das Leben besonders zu lieben scheinen, es immer wieder ohne Not aufs Spiel setzen?

»Aber diese Einstellung ist falsch, die darfst du nicht mit an Land bringen. Es enttäuscht dich nur, weil du zu viel erwartest. Eine Woche vor meiner Rückkehr beginne ich mich deshalb vorzubereiten auf all das.« Auf all das: Dabei streicht er mit seiner großen Hand beiläufig über die Promenade mit den verliebten Paaren, den Joggern und den Gassigehern, den Fahrradfahrern mit ihren Schutzhelmen, streicht über die Starbucks, die Banken und Versicherungen, hinweg über Nudelrestaurants, Ampeln, die Stromleitungen, über die Skyline dieser ganzen großen Stadt.

Wenn du wieder zurückkommst«, sagt Mike Horn, »empfindest du alles als … behaglich, als unheimlich behaglich: Sorg nicht für Aufregung. Sorg nicht für Aufregung, sonst verschüttest du noch deinen Drink. Wohingegen es in dem anderen Leben, von dem ich zurückkehre, permanent nur Aufregung gibt, Aufruhr, und überall immer alles überschwappt.

It’s only the depth that varies.

»Den einen fällt es leichter, aus ihrer comfort zone rauszugehen, den anderen schwerer«, sagt Mike, dem es offenbar nicht leicht fällt, in sie zurückzufinden. »Manchen macht es zu schaffen, nicht zu wissen, was in fünf Tagen sein wird, denn sie kennen sich selbst nicht gut genug. Wenn du dich selbst nicht kennst, wirst du auch nie wachsen können.«

Pangaea-Expedition

Nach der Expedition war bislang immer vor der Expedition. Seit 2008 ist das ein wenig anders. Gemeinsam mit seinem Hauptsponsor und Exklusivpartner Mercedes-Benz startete Mike Horn damals das Pangaea-Projekt, ein insgesamt vier Jahre dauernder Segeltörn mit ausgewählten Young Explorern, die unter Mikes Leitung die schönsten Flecken der Erde kennen, schätzen, und auch schützen lernen sollen. In den letzten zwanzig Jahren hat wohl niemand ein so umfassendes Bild von unserem Planeten bekommen wie er, vom Nordpol zum Südpol, vom Dschungel des Amazonas über den Himalaja bis zur Wüste Gobi:

Ich habe Eisbären gesehen, die von Grizzlybären getötet wurden, obwohl sich die beiden unter normalen Umständen nie treffen sollten. Ich habe Vögel gesehen, die, statt wie üblich weiterzuziehen, in der Arktis blieben, weil es warm genug war. Ich habe – auf zwölftausend Kilometern im letzten Monat – nur einen einzigen Wal gesehen.

»Für die Menschen heute ist die Natur zu etwas geworden, das vom Leib gehalten – anstatt verstanden werden muss. Es ist leicht zu sagen: Ich lege Wert auf Nachhaltigkeit. Aber wer meint es ernst damit? Wer tut auch wirklich etwas? Von unserer Generation? Ich habe gespürt, dass es wichtig ist, mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten, die noch nicht verschmutzt sind von wirtschaftlicher und politischer Gier. Einem alten Hund kann man eben keine neuen Tricks mehr beibringen«.

»Wobei Sie bei Ihrer ersten richtigen Expedition«, versuche ich es vorsichtig, »selbst auch kein Welpe mehr waren …«

»War ich nicht, aber ich wollte schon als acht-jähriges Kind Abenteurer werden. Ich fuhr mit meinem ersten Fahrrad meinen Onkel besuchen. Aber nicht den, der 12 Kilometer entfernt wohnte. Sondern den, der 300 Kilometer entfernt wohnte … Ich hatte damals einfach nicht die Chance, alleine die Berge oder den Dschungel zu erforschen. Ich träumte davon, auf das Boot von Jacques Cousteau zu gehen, den ich aus dem Fernsehen kannte.«

Leicht gefasster Entschluss

Nach der Schule studierte Mike Horn Sportwissenschaften und arbeitete anschließend in der Firma seines Onkels als Obst- und Gemüse-Großhändler. »In knapp einem halben Jahr hatte ich soviel verdient, dass ich mir kaufen konnte, was ich wollte. Aber was ich mir kaufte, wollte mich nicht glücklich machen. Auch der neue Wagen nicht. Also kündigte ich von heute auf morgen meinen Job, verschenkte all mein Hab und Gut an Verwandte und Freunde und kaufte mir ein One-Way-Ticket in die Schweiz.« Ganz schön exzentrisch. In die Schweiz.

Als er ankam, hatte er nicht mehr, als die Kleider, die er am Körper trug. Und die hörten bei den Knien auf. »Ich fand es damals unglaublich kalt«, erinnert sich Mike Horn und reibt sich heiter die Oberarme. Am rechten Mittelfinger fehlt die Kuppe: Erinnerung an seine erste Nordpolexpedition.

Dort, in diesem fremden Land, mit einer fremden Sprache, am Flughafen, bei den Toiletten, wo es noch am wärmsten war, dachte ich: Das hier, das ist der glücklichste Moment in meinem Leben.

Ob er sich jemals wieder …

»Ob ich mich jemals wieder derart frei gefühlt habe?«

»Nie wieder!«, lacht der Mann, der als Erster den Amazonas von Quelle bis Mündung durchschwamm. Der Mann, der mehr als zwei Jahre damit beschäftigt war, den Nordpol allein zu umrunden, gegen den Wind, gegen die Strömung, jenseits der Baumgrenze, damit er sich später nicht vorzuwerfen hatte, vielleicht den einfachen Weg gegangen zu sein. Jeden Morgen nach dem Aufwachen, wie andere ihren Kontostand, prüfte er mit der Nadel einer Spritze seine schwarz gefrorenen Finger, um zu sehen, wie weit sie abgestorben waren, ob er wohl noch weitermachen könne … »Und heute«, sagt Mike Horn, »heute denke ich machmal: Du hast die erste Hälfte deines Lebens verschwendet, draußen im Eis, allein … Aber es war wohl notwendig …Ich brauchte die Erfahrung, das Wissen, um die jungen Menschen nun zum Südpol zu bringen, zum Nordpol, nach Borneo, auf den Everest. Früher war ich auf den Expeditionen ganz allein mit meinen Gefühlen, meiner Sichtweise.«

Zweites Forscher-Leben

Jetzt erlebe er die Welt durch die Augen der Young Explorer: acht unterschiedliche Emotionen, acht unterschiedliche Weltanschauungen, acht Augenpaare. »Ich lebe jetzt mein zweites Forscher-Leben.« Aber es wäre nicht das Leben Mike Horns, wenn ihm die Widerstände fehlten. »Pangaea ist mittlerweile so ein großes Ding geworden, mit Projekten auf der ganzen Welt, ein dichtes Netz, ein richtiges Franchise, wenn man so will, vielleicht bald sogar ein ziemlich einflussreiches, mit all den Botschaftern, die wir ausbilden … Das bringt natürlich Verantwortung mit sich. Und Einschränkungen. Da kann man nicht einfach abhauen und sein eigenes Ding machen.«

»Das klingt nach einer neuen Art von Herausforderung …«

»Ich hatte Angst. Ich hatte Angst vor diesem Projekt, weil ich Abenteurer und Forscher bin. Ich mag immer noch Berge besteigen, ich mag immer noch zum Nordpol, obwohl mein Alter nun langsam gegen mich arbeitet – jung im Herz heißt es auf seiner offiziellen Webpräsenz schonungsloshätte ich andererseits immer noch die Erfahrung, ein paar Jahre weiter zu machen. Aber ich will das hier richtig machen. Als letztes Kapitel meines Lebens. Auch wenn mich die Menschen dann immer als Erzieher in Erinnerung behalten werden.«

»Glauben Sie, dass das passieren wird?«

»Doch, langsam aber sicher. Wenn die jungen Leute interviewt werden, in den Zeitungen, im Fernsehen, wenn man sie fragt: Wofür steht Mike Horn in deinen Augen? Dann antworten sie: Mike Horn zeigte mir Dinge, von denen ich nur träumen hätte können … Das macht dich zu einem Erzieher.«

Macht es nicht. Es macht dich – genau wie Cousteau, den man ja auch nicht, nur weil er Ende der 60er Jahre die Versenkung radioaktiver Abfälle im Mittelmeer verhinderte, als Umwelt-Aktivisten im Gedächtnis behalten hat – zu einem Inspirierer.


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