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Schande und Exil

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Schande und Exil

15. Dezember 2012 23:02 Bisher keine Kommentare

In den späten neunziger Jahren gab es in Moskau eine englischsprachige Zeitung, die von den US-Amerikanern Mark Ames, Yasha Levine und Matt Taibbi geführt wurde und The eXile hieß.

Vanity Fair nannte sie »die mit Abstand beleidigendste, diffamierendste, unausgewogenste und haarsträubendste Publikation in ganz Russland«. Der damalige Chef des Moskauer Büros von Newsweek, Owen Matthews, ergänzte: »Ich kenne keine zweite Zeitung, die so atemberaubend dunkel, zynisch und brilliant ist.« Das war keine Gefälligkeitsrezension.

Ein halbes Jahr zuvor schrieb Ames: »Matthews hat seine Gründe, mich zu verachten. Körperliche Gründe in erster Linie. Sein grotesk geblähter Bauch sieht aus, als hätte man ihn derart mit Gas aufgefüllt, dass ein einziges Streichholz, auf Gürtelhöhe entzündet, genügte, um im Umkreis von fünf Blocks alles dem Erdboden gleichzumachen, wohingegen seine Zähne wahllos wie keltische Tempelruinen in sämtliche Richtungen lehnen. So hässlich ich in den paar Jahren meines selbstverletzenden Verhaltens auch geworden bin – und ich wurde parabelhaft hässlicher – so erneuert doch nichts mein Selbstbewusstsein schneller, als neben ihm im selben Raum zu stehen.«

Historisch vorbildlos

Auf den Seiten von The eXile fand man erstzunehmenden politischen Kommentar, Gonzo-Reportagen aus dem Moskauer Nachtleben, investigativen Journalismus und die Analyse einer Reihe von Schachspielen, in denen Redakteure gegen Prostituierte antraten. In einem Teil dieser eXile Plays the Whores-Serie heißt es: »Natascha findet einen der wenigen Eröffnungszüge, die Schach-historisch praktisch vorbildlos sind, obgleich man gelegentlich auf abfällige Verweise auf die Desprez-, Anti-Borg- oder Kadas-Eröffnung (1. h4) stößt. Dadurch wird sie so gut wie sicher bald einen Bauern weniger haben. Ist es denn da ein Wunder, dass sie ihr Geld damit verdient, in Autos voller Fremder einzusteigen?« Vermutlich am berüchtigsten aber waren die eXile Streiche.

Pürierte Erdbeeren & Pferdesperma

2001 traf es etwa Michael Wines, damals Chef des Moskauer Büros der New York Times. Er wurde von der Redaktion zum schlechtesten Auslandskorrespondent des Jahres gewählt. Als Preis gab es einen Kuchen aus pürierten Erdbeeren und Pferdesperma ins Gesicht, geworfen von Matt Taibbi persönlich. Ames schoss die Fotos. Von dieser Art Medienkritik haben die beiden inzwischen Abstand genommen. Taibbi schreibt heute für Rolling Stone, Ames führt The eXile online weiter als The eXiled und startete Ende Mai 2012 S.H.A.M.E. – Shame the Hacks who Abuse Media Ethics.

Das S.H.A.M.E. Medientransparenz-Projekt hebt den Krieg gegen die Konzern-Trolle und Medienlockvögel auf eine völlig neue und viel effektivere Stufe. Sein Ziel ist es, korrupte Medien-Figuren aufzudecken, journalistischen Betrug zu dokumentieren, und das Leben jener geheimen Propagandisten ein wenig schwerer zu machen, die die Öffentlichkeit manipulieren, unsere Demokratie degradieren und den Fortbestand der oligarchischen Macht sichern.

Die Methode von S.H.A.M.E. lässt sich ziemlich akkurat mit dem BDSM-Begriff der öffentlichen Erniedrigung beschreiben. Ein Gefühl, dem sich österreichische Journalisten am ehesten nähern, wenn sie freitags einmal nicht wie üblich auf Twitter vom Kollegen weiterempfohlen werden.


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