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Drei Wege in französische Gefangenschaft

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Drei Wege in französische Gefangenschaft

19. April 2012 12:37 Bisher keine Kommentare

Drei Möglichkeiten, sich in der Pariser Metro nicht nur als Verschollener zu fühlen – was in einer fremden Stadt passieren kann – sondern buchstäblich in Gefangenschaft zu geraten.

Physisch, sozial und systemisch.

Möglichkeit 1: Gefangen in einer Maschine

Sehr physisch, kann einem schon beim Betreten einer Station passieren.

Sowohl beim Hinein-, als auch beim Herausgehen gibt es Maschinen, die den Weg erst frei geben, wenn ein Ticket gelöst wird. Die strengen Geräte können zweierlei Gestalt annehmen:

  • Das Modell Startbox, das man von Pferderennen kennt. Es öffnet zwei Flügeltüren zur Seite hin und stellt eine Hürde speziell für Interrail- und Zeltplatztouristen dar, weshalb der Mechanismus häufig mit einem gewissen Sozialchauvinismus in Verbindug gebracht wird. Breite Rucksäcke verfangen sich in der Maschine. Wer schon einmal einen großen Käfer am Panzer hochgehoben hat, hat das Bild vor Augen. Der Gefangene kann sich nur in den seltensten Fällen selbst befreien und hat ironischerweise seinen Proviant unerreichbar im Rucksack verstaut. Erlangt der Stresspegel der nachrückenden Franzosen ein gewisses Level, hat er allerdings gute Chancen auf helfende Tritte & Rempeleien, die er naturgemäß nicht kommen sieht. Ein schlichtes „merci“ reicht in dieser Situation völlig aus.
  • Die andere Variante ist das Modell Drehkreuz, das entworfen wurde, um Handelsreisenden und anderen Personen die Mitfuhr von Koffern zu erschweren. Der Delinquent muss die Apparatur auf demütigende Art und weise gleichzeitig mit seinem Gepäckstück durchqueren. Erst auf ca. halber Strecke offenbart sich ihm das Ausmaß der Unmöglichkeit: der perfide Mechanismus verkeilt sich mehr und mehr in den vorangeschobenen Koffer – so lange, bis man das zwischen eigener Kraft & Intelligenz auf niedrigem Niveau entstandene Patt zu akzeptieren bereit ist. Dieses Problem kann man nur alleine lösen. Da muss man durch.

Möglichkeit 2: Gefangen unter Menschen

Pusher“, also Personen, die hauptberuflich Menschen in Züge schieben in die sie nicht mehr hinein sollten, kennt man z.B. aus Tokio. Gibt es aber zu gewissen Uhrzeiten auch in Paris. Das ermöglicht die folgende, häufig vor allem auf sozialer Ebene als erdrückend wahrgenommene Form von Gefangenschaft: So eingeklemmt zwischen schwitzenden Einheimischen stehend, dass selbst Kopfbewegungen kaum mehr möglich sind.

Nicht französischsprachigen Personen allerdings bietet sich eine wenig bekannte, dafür umso intensivere Möglichkeit zur Abgrenzung, von Einheimischen häufig als Ignoranz interpretiert: Dann nämlich, wenn jemand – meist bereits in den ersten Sekunden nach Verlassen der Haltestelle – die soziale Zwangssituation versucht aufzulockern. Oft geschieht dies durch einen Witz, seltener werden Analogien aus dem Tierreich bemüht. Durch die Sprachbarriere und unfreiwillige Blickkontakte ist sich der Ausländer weder sicher, ob er persönlich angesprochen wurde, noch wie er reagieren soll, weshalb sich beharrliches Starren in die selbe Richtung (im Idealfall ins Gesicht des Einheimischen) anbietet.

Die Fahrzeiten zwischen den Stationen sind in der Pariser Metro übrigens bedeutend länger als in der Wiener U-Bahn.

Möglichkeit 3: Gefangen im Untergrund

Wem die ersten zwei Möglichkeiten zu direkt und mechanisch sind, kann auf eine systemische Alternative zurückgreifen: während der Fahrt irgendwie das Ticket verlieren und dann nicht mehr aus der Station kommen. Der Klassiker.

Das Ticket kann man nicht nachkaufen, weil es in den gesicherten Bereichen der Stationen keine Automaten gibt, was Experten häufig als Hinweis dafür sehen, dass in den späten 80ern Kafkas Werk – und insbesondere „Das Schloss“ – bestimmenden Einfluss auf die Verwaltung der Pariser Verkehrsbetriebe genommen hat. Jedoch konnte dies, eben so wenig wie ein direkter Zusammenhang zwischen der Einführung der Drehkreuze und Kafkas „In der Strafkolonie“, bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.


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