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DER SPIEGEL: Wissenschaft, die weinen macht

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DER SPIEGEL: Wissenschaft, die weinen macht

18. Mai 2012 14:14 Bisher keine Kommentare

Ein Spiegel-Artikel über die »Schwächen des Homo sapiens« verdeutlicht vor allem Schwächen der Recherche.

Über Ötzis hypothetische Kinder heißt es da gleich zu Beginn, »feinmotorische Leistungen« wie mit den »Fingern wieselflink über Touchscreen-Handys und PC-Tastaturen jagen«, hätten diese »unmöglich hinbekommen«.

Eine erstaunliche Behauptung, wenn man bedenkt, dass Ötzi unter anderem filigrane Holzpfeile in seinem Birkenköcher mit sich führte, deren Feuerstein-Spitzen mittels Birkenpech verklebt und durch Pflanzenfasern befestigt worden waren. Die Federn rund um die Nockenkerbe am anderen Ende, die den Flug stabilisierten, wurden ebenfalls erst geklebt und dann mit feinem Faden noch umwickelt. Von den motorischen Anforderungen des Bogenschießens selbst ganz zu schweigen.

Der mechanistische Reiz

Evolutionsbiologe Daniel Lieberman von der Harvard University erklärt wenig später, dass unsere steinzeitlichen Vorfahren noch viel kauen mussten, was »das Kieferwachstum anregte, sodass den Zähnen ausreichend Platz geschaffen wurde«. Durch »wachsweiche Hamburger« und »trinkbares Obst« (Fruchtsaft ist wohl vorbei) fielen »die mechanischen Reize aus«. In Folge schrumpfte der Kiefer, die Zähne und Weisheitszähne haben immer weniger Platz. Das klingt, wie mechanistische Erklärungen das meistens tun, erst mal schenkelklopfend einleuchtend, widerspricht aber einer Reihe wissenschaftlicher Erkenntnisse. So veröffentlichte der US Zahnarzt und Ernährungswissenschaftler Weston Price Ende der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts sein Werk mit dem schönen Titel »Nutrition and Physical Degeneration«. Darin dokumentiert er die Ergebnisse seiner Forschungsreisen zu den Maori, den Inuit, obskuren Bergvölkern in der Schweiz, den Massai und anderen Naturvölkern. Ein Harvard-Kollege Liebermans von 1938 leitet das Vorwort ein:

»Es ist alles andere als eine neue Beobachtung, dass die Wilden, oder Menschen, die unter primitiven Verhältnissen leben, im Allgemeinen ein prächtiges Gebiss aufweisen.«

Angst vorm weißen Mann

Weston Price war jedoch der erste, der die Ernährungsgewohnheiten dieser Wilden mit ihrer Zahn- und Kiefergesundheit in Verbindung brachte. Price kam dabei zum Schluss, dass Karies und Kieferfehlentwicklungen lediglich zwei von vielen Degenerationen darstellen, die durch nährstoffarme Nahrung begünstigt werden (er vermutete einen Mangel an Vitamin A, D, B-Vitaminen und den von ihm getauften »Activator X«, den man Jahrzehnte später als Vitamin K2 identifizierte). Die Konsistenz der Nahrung spielte dabei allerdings kaum eine Rolle. So ernährten sich manche Völker hauptsächlich von Brei oder wie die Massai zu einem beträchtlichen Teil auch von Milch, Blut, einer Mischung aus beidem (Blutkuchen), Honig, Honigmilch (you get the idea), und etwas Fleisch. Price:

»These members of the Masai tribe illustrate the splendid nutrition provided by their diet of cattle products namely: meat, milk and blood. The chief beside our guide is well over six feet.«

Nicht nur scheint der fehlende »mechanische Reiz« keine entscheidende Rolle beim Schrumpfen des Kiefers zu spielen, auch die Geschwindigkeit, mit der das Phänomen auftritt, ist mit der Idee einer »Anpassung« wohl unvereinbar:

»Yet, in the next generation after these people adopt the foods of the white man, a large percentage of the children developed irregularities of the dental arches with conspicuous facial deformities.«

FIG. 88. The modernization of the Sierra Indians through the introduction of foods of modern commerce has produced a sad wreckage in physique and often character. The boy at the upper left is a mouth breather because his nostrils are too small to carry sufficient air. The girl at the upper right has a badly underdeveloped chin and pinched nostrils. Both boys below have badly narrowed arches with crowding teeth.

Fakten Intoleranz

Weiter im Spiegel-Artikel: »Deutlich weniger Gestaltungspotenzial gibt es bei der Milchzuckerunverträglichkeit. Wobei streng genommen die Laktosetoleranz ein Produkt der jüngeren Menschheitsentwicklung ist. Denn vor 7000 Jahren begannen die ersten, Milchzucker zu verdauen.«

Womit die Menschen die restlichen 193.000 Jahre zuvor ihre Säuglinge gestillt haben, bleibt ein Geheimnis. Schließlich enthält Muttermilch Laktose, jede Menge sogar.

Lactase ist ein Enzym, das Milchzucker in Glukose und Galaktose aufspaltet. Bei der Geburt ist die Lactase-Aktivität am stärksten, nach dem Abstillen geht sie dann bei vielen zurück, bei anderen bleibt sie auf höherem Niveau bestehen, man spricht dann von Lactase-Persistence.

Zu wenig Lactase führt zu unvollständiger Verdauung von Laktose und in Folge zu Symptomen. However, heißt es in den »Philosophical Transactions of the Royal Society«:

»However, it has been shown that some lactase non-persistent individuals can consume lactose-containing products without any obvious ill effects.«

»Weswegen die meisten Europäer und europastämmigen Amerikaner keine Probleme mit Milch haben, während in Afrika 80 bis 100 Prozent an Laktoseunverträglichkeit leiden.«

Auch in Afrika bereitet geringe Laktase-Aktivität nicht zwangsläufig Probleme beim Milchverzehr:

»For example, the low LP [=Lactase persistence] frequency of Somali people living in Ethiopia does not prevent them from drinking more than 500 ml of milk per day without any obvious discomfort

Weiters konnte bei afro-amerikansichen Mädchen eine Laktose-Adaption bei entsprechender Ernährung nachgewiesen werden.

Überfunktion

»Andere Blutgefäße bilden sich hingegen zurück. Wie etwa bestimmte Arterienäste, die zur Schilddrüse führen. Damit reagiert die Evolution vermutlich auf die Hyperthyreose, eine krankhafte Überfunktion der Schilddrüse, unter der schwangere Frauen zunehmend leiden.«

Die Forschung dazu:

»Clinical hyperthyroidism [=Schilddrüsenüberfunktion] is not uncommon in pregnancy, with a reported prevalence of 0.1 to 0.4%

Im Vergleich dazu, nur zum Spaß, und wirklich außer Konkurrenz, die Zahlen zur Unterfunktion während der Schwangerschaft:

»Of women ages 18 to 40 yr … 15.5% (18,291 of 117,892) tested positive for gestational hypothyroidism.« [Meine Hervorhebung]

Und selbst wenn dieses Verhältnis genau umgekehrt wäre, und Spekulationen über die Ursachen daher zulässig: Warum, bei all den eleganten Wegen, die der Organismus kennt, um die Schilddrüse zu regulieren, warum sollte er da die allerprimitivste und verpfuschteste Variante wählen?

Manchmal scheint es, als wären die Evolutionsbiologen selbst das stärkste Argument gegen die universelle Gültigkeit des Selektionsdrucks.


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